Unsere Senioren

Die Seniorengruppe wird seit einiger Zeit von Priester i. R. Horst und Petra Meistring geleitet. Wir haben mit beiden das folgende Interview geführt:

Liebe Petra, lieber Horst: bitte stellt euch zunächst kurz vor.

Wir sind seit 46 Jahren verheiratet. Zu uns gehören 6 Kinder, 6 Schwiegerkinder (für uns auch wie unsere eigenen Kinder), 8 Enkelkinder und 1 Urenkel.

Ich, Petra, bin in die Gemeinde Potsdam 1958 hineingeboren.

Ich, Horst, habe im Jahr 1975/1976 in Wildpark meinen Grundwehrdienst abgeleistet.

Wir lernten uns in der Jugendstunde kennen und heirateten 1977 in Potsdam.

Viele Aufgaben haben wir in der Gemeinde verrichtet und tun es teilweise noch: Amtsträger (Priester), Gartenpflege, Hausmeistertätigkeiten, Blumengruppe, Reinigung, Chorsängerin. Seit 06.01.2019 sind wir Seniorenbeauftragte für die Gemeinde Potsdam.

Wenn man das so liest, könnte man ja auch denken, dass ihr beide mehr als genug „um die Ohren“ hattet und habt. Was hat euch trotzdem bewegt, die Verantwortung für die Seniorengruppe zu übernehmen?

Langeweile hatten und haben wir nie! Es muss 2016/2017 gewesen sein, als die damaligen Seniorenbetreuer um Hilfe baten. Kurzum haben wir unsere Hilfe angeboten, sie wurde gern angenommen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir beide noch berufstätig und auch mit allen Aufgaben in der Gemeinde aktiv. Schnell haben wir festgestellt, wieviel Freude diese Aufgabe bei den Senioren macht.

Da abzusehen war, dass auch wir bald zu diesem Kreis zählen würden, beschäftigten wir uns intensiv mit dem Gedanken, dafür in Verantwortung tätig zu werden. Trotz vielerlei Arbeiten in der Vorbereitung und Durchführung von Seniorenveranstaltungen (noch als helfende Hände) reiften in uns die Fragen:

- Können wir eine solche Aufgabe übernehmen?

- Können wir diese Verantwortung tragen?

- Wollen wir es ganz ernsthaft und ehrlich?

Als unser Hirte uns dann fragte, war die Antwort ein sehr freudiges „Ja“.

Die Frage nach dem „Warum?“ lässt sich leicht beantworten:

- dankbare Herzen und

- strahlende Augen.

Unsere lieben Senioren zu betreuen, ihnen Freude zu bereiten, ist für uns eine schöne Aufgabe im Werk Gottes. Wir sind dankbar, diese Aufgabe ausführen zu dürfen und dass der liebe Gott uns mit Gaben ausgerüstet hat, dieses tun zu können.

Darüber steht auch unser Lebensmotto, das sich in den Liedern

„Ein Tagwerk für den Heiland… altes GB 329“

„Meine Zeit in deinen Händen … Männerchormappe Nr. 48“

„Herr, mein Leben es sei dein … GB 373“ spiegelt.

Welche Aktivitäten werden von der Seniorengruppe durchgeführt?

Einmal im Monat treffen wir uns in der Kirche zum Seniorentreffen (jeden 2. Dienstag im Monat). Zudem gibt es einmal im Monat einen Spaziergang bzw. eine Aktivität (jeden 4. Dienstag im Monat). Damit haben wir monatlich zwei regelmäßige Termine. Außerdem gibt es Tagesfahrten/Dampferfahrten und vieles andere mehr. Auch können unsere Senioren ihre Wünsche einbringen. Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig.

Bei allen Veranstaltungen geht es in erster Linie um die Gemeinschaft. Die Seniorentreffen finden bei Kaffee und Kuchen/Imbiss (natürlich alles von den Teilnehmenden selbstgemacht und mitgebracht) in der Kirche statt. Im Sommer wird auch mal draußen gegrillt. Es sind immer sehr schöne Zusammenkünfte mit guten Gesprächen und zudem auch mit Gesang (unsere Dirigentin Kerstin Ruks kommt in jede Stunde). In der Coronazeit waren diese Treffen nicht möglich und es fehlte an der Gemeinschaft. Wir haben uns in dieser Zeit viele Gedanken gemacht, um alles zusammenzuhalten: Wöchentliche Anrufe bei den Senioren, Seniorenstunde als Telefonkonferenz einmal im Monat, Weihnachtsgrüße zu jeder Tür gebracht, Ostergrüße verschickt und vieles mehr, was uns möglich war.

Irgendwann entstand die Idee, irgendetwas draußen zu machen, das müsste doch möglich sein! Und damit waren die „Potsdamer Spaziergänge“ geboren, die seit Ende 2021 auf dem Programm stehen. Sie wurden so gut von den Senioren angenommen, dass sie nicht mehr wegzudenken sind.

Wie viel Zeit verwendet ihr beide durchschnittlich für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Seniorenaktivitäten pro Monat?

Spontan und ganz ehrlich gesagt: recht viel! Da kommen wir zurück zum Anfang des Interviews, wo wir schon zum Ausdruck gebracht haben, dass man hinter der Aufgabe stehen muss und es für uns - abgesehen von unserer Familie - ein Stück „Herzblut“ ist. Die Aufgabe, für unsere Senioren da zu sein, für sie etwas zu tun, ist sehr schön! Da kehrt so viel Freude ins eigene Herz zurück!

Zu den Seniorenstunden in der Kirche muss der Raum vorbereitet und eingedeckt werden, wobei wir immer Unterstützung erfahren. Ansonsten wird die Stunde von uns inhaltlich und ablaufmäßig vorbereitet. Horst sagt immer: „Petra ist das Sekretariat.“ Gestalten und durchführen tun wir alles gemeinsam. Wir sind ein gutes Team. Dazu gehört auch die Organisation von Tagesfahrten und anderen Ausflügen. Für die monatlichen Spaziergänge überlegen wir uns immer ein Ziel (Wünsche der Senioren sind willkommen). Kriterien sind:

- kleine, gangbare Runden,

- Haltestelle/Parkplatz in der Nähe,

- genug Bänke unterwegs und

- Möglichkeit zum Kaffeetrinken.

Diese Ideen/Ziele laufen wir zwei- bis dreimal ab, bis alles passt. Das Interesse und die Freude der Senioren daran ist groß; ihr lieber Dank ist unser „Lohn“.

Wie groß ist die durchschnittliche Anzahl von Senioren, die an den Aktivitäten teilnehmen?

An den Seniorenstunden in der Kirche nehmen ca. 30 – 36 Geschwister, an den Spaziergängen ca. 15 – 22 Geschwister teil.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um dabei sein zu können? Gibt es ein Mindestalter?

Unsere Gruppe setzt sich vorzugsweise aus den Senioren unserer Gemeinde Potsdam zusammen. Es nehmen aber auch Senioren aus der Gemeinde Werder teil. Gäste sind immer herzlich willkommen!

Es gibt kein Mindestalter. Grundsätzlich sind wir zwar alle „Rentner“, wer aber auch schon vorher dabei sein möchte, wird nicht abgewiesen. Da unsere Senioren in einem Lebensabschnitt sind, wo es zu Einschränkungen kommt, bemühen uns sehr, alles zu bedenken, um sowohl den sehr aktiven, als denen mit Einschränkungen gerecht zu werden.

Welche Themen werden im Seniorenkreis besprochen?

In der Seniorenstunde kann über alles geredet werden:

Geistiges, Weltliches, Lustiges, Glaubenserlebnisse, auch mal Ernstes, Informatives, oder „Geschichten, die das Leben schreibt“. Es ist für jeden etwas dabei.

Wie würdet ihr die Stimmung im Seniorenkreis beschreiben?

Die Stimmung im Seniorenkreis ist sehr offen, sehr herzlich, sehr verbunden, fröhlich und unterhaltsam, bei ernsten Themen auch einmal gedrückt, sehr wertschätzend! Es ist Alles in Allem immer eine schöne Gemeinschaft und die dankbaren Herzen dafür sind für uns fühl- und sichtbar.

Welche Wünsche/Anforderungen haben eurer Wahrnehmung nach die Senioren an die Gemeinde?

Unsere Senioren sind ein ganz wesentlicher Bestandteil der Gemeinde, der besondere Wünsche und Anforderungen an das Miteinander in der Gemeinde hat. Dazu zählen insbesondere:

- deutliche Sprache bei Ansagen und Predigten,

- einheitliche Form/System von Ansagen,

- Aufmerksamkeit/Rücksichtnahme gegenüber dem Nächsten/besonders den älteren Geschwistern gegenüber,

- barrierefreie Zugänge,

- Herstellung einer Grundordnung in den zu nutzenden Räumlichkeiten und

- möglichst störungsfreie Übertragung von Gottesdiensten per Telefon/IPTV.

Wer jetzt Lust bekommen hat, auch bei den Senioren mitzumachen, kann sicherlich gerne Kontakt zu euch beiden aufnehmen?! 

Natürlich, gern! Sprecht uns ganz einfach direkt an! Wir wünschen uns eine gute Kommunikation auf allen Ebenen!

Und dass unsere lieben Senioren rüstig bleiben und wir gemeinsam noch viel Freude und Gemeinschaft haben dürfen!